Mallorca

Kapitel 4 - Naturpark S’Albufera, Strand, Porto d’Alcudia, Grillfleisch

Die Idee mit dem Stellen des Handy-Weckers war brilliant. So erwachen wir beide pünktlich um 9 Uhr, machen eben diesen aus und schlafen weiter bis kurz nach elf. Immerhin haben wir so eine halbe Stunde gewonnen! Zum Frühstück braten wir uns Speck und Eier, die zusammen mit etwas Brot eine hervorragende Mahlzeit abgeben.

Da das Wetter nach wie vor trocken ist, wollen wir uns den Naturpark S’Albufera betrachten, ein Paradies für Vögel und der größte Naturpark der Balearen. Mit dem Bus nur 5 Stationen entfernt, also ein wahrer Katzensprung. Moment, mit dem Bus? War da nicht etwas? Nein, die Überfülle an Passagieren betrifft offensichtlich nur verregnete Markttage, den diesmal ist viel Platz in unserem Vehikel. So kommen wir rasch an dem Park an, und ziehen über breite Schotterstraßen zwischen Röhricht und Schilf hindurch, und sehen neben unzähligen Vögeln auch springende Fische (Rekord: etwa anderthalb Meter weit). Allerdings verdecken Röhricht und Schilf oft den Ausblick, sodass wir über weite Strecken einfach durch eine hohle Gasse marschieren. Jila stellt fest, dass es in einem Naturpark offensichtlich keine Käfige gibt, bei denen man den Papageien auf wenige Meter nahe kommt und ist geringfügig enttäuscht.

Als wir aber an einem der Aussichtspunkte eine Kuhfamilie beobachten können und sogar einige Vögel recht nahe, von denen einer dreist auf Herrn Papa landet, ist sie etwas vertröstet.

Später kommen wir an das eine Ende des Parks und könnten nun theoretisch zu einem Ring ansetzen – so vermute ich. Jila weist freundlich auf meinen Orientierungssinn in der letzten Zeit hin und auf die bereits zurück gelegte Strecke. Da muss ich eingestehen, dass sie sehr recht hat, und wir machen uns lieber auf dem gleichen Weg wieder zurück.

Bei der Bushaltestelle angekommen wird klar, dass unsere in den letzten zwei Tagen arg beanspruchten Füße endlich eine Pause am Strand verdient haben. Also auf zum Hotel, die Badehose angezogen und hinunter ans Meer. Doch schon nach wenigen Minuten stellen wir fest, dass die Sonne zwar schön scheint, aber gleichzeitig ein recht steifer Wind vom Wasser her die gefühlte Temperatur drastisch drückt. So drastisch, dass ich nicht mal Lust habe, die dadurch um ein deutliches angewachsenen Wellen auszuprobieren. Mit Gänsehaut ergreifen wir die Flucht und entscheiden kurzfristig, dass unsere Füße nicht so jammern sollen und wir noch einen Ausflug nach Porto d’Alcudia machen können.

Diese Hafenstadt ist schnell erreicht und bietet dem Touristenauge viel, viel Buntes und Schönes und Günstiges. Geschäfte, Bars und Restaurants wechseln sich an der Uferpromenade ab, alle mit Blick auf die vielen träge im Wasser schwankenden Yachten. Die gestern entfachte Gier nach Grillfleisch schlägt bei Jila durch und sie entscheidet, dass sie heute eben dieses haben muss. Gilt unsere Aufmerksamkeit anfangs noch den Läden, fokussiert sie bald auf Speisekarten, und wir erfahren von einem Chinesen auf Chinesisch, was wir längst befürchtet hatten: Eigentlich gibt es kein originär spanisches Essen neben Tapas und Paella, vielleicht noch die gegrillte Seezunge. Na gut, Paella kommt auf die Liste der Dinge, die man erleben muss, aber nicht heute Abend, denn heute Abend gibt es bekanntlich Grillfleisch.

Wie sich zeigt hat Porto d’Alcudia aber nichts Ansprechendes zu bieten, so kehren wir wieder zurück und genießen spät abends nach einem weiteren Erkundungstrip in der Nähe unseres Hotels eine Grillfleischplatte und Grillspieße im Pink Panther Restaurant, in dem wir schon unseren ersten Abend verbrachten. Lecker das!

 

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