Mallorca

Kapitel 2 - Strand

Langes Ausschlafen entschädigt für die erlittenen Strapazen, und wir entscheiden uns, heute erst einmal ein bisschen durch die Straßen zu schlendern. Immer parallel zum Strand und Salz- und Tanggeruch in der Nase ziehen wir an kleinen Supermärkten und Touristenständen vorbei. Wir begucken uns die Unmengen an Kitsch und teilweise praktischen Dinge, erwerben immens nützliche Baseball Käppis, Fanta und diverse andere Sachen.

Für den Rückweg entscheiden wir uns erneut für die Strandroute, und genießen heißen Sand unter unseren Füßen und Wellenrauschen neben uns. Nicht lange, und wir genießen das Wellenrauschen unter unseren Füßen. Damit ist die Entscheidung gefallen: Noch grundlegende kulinarische Bedürfnisse befriedigt, die Badehosen an und einen Tag voll Sonne, Strand und Meer. „A Game of Thrones“ entpuppt sich als ernsthafte Gefahr für denhäuslichen Frieden, aber ich werde es ertragen, auch wenn das bis Seite 800 noch was dauern sollte.

Die Wellen sind übrigens nett, könnten aber etwas höher sein. Das Wasser dagegen ist klar, der Sand weiß und weich, der Wind stetig und die Sonne brennt (ist das schon ein Sonnenbrand am ersten Tag?) Jupp, hier kann man es aushalten. Jila interessiert sich auffällig für Immobilienangebote.

Den Abend streifen wir wieder an der Straße neben dem Strand entlang, gucken in diverse Supermarkt-Touribude-Mischung hinein, genießen schließlich neben einem Pina Colada und einem Gin Fizz (dabei mag ich gar keinen Gin, was mich da geritten hat) genießen wir Tortillas und Fisch, der sehr lecker war obwohl Jila gar keinen Fisch mag.

Wir schlendern weiter durch die Straßen, entdecken diverse Kneipen, darunter eine mit Kinderparadies: Trampolins, ein Hüpfburg-Orka, dessen Maul auf und zu geht und in das man mit einer kleinen Leiter hochklettern kann, um dann in seinem Inneren hinunter zu rutschen und zu seinem – mit Verlaub – Arsch wieder heraus zu kommen, dazu Go-Carts, Mini-Boote in einem Swimming Pool und Mini Golf und last-but-not-least, ein waschechter, farbenfroher Papagei, der leider keine Schimpfwörter beherrscht.

Bei dem englischen Pub „The Swan“ beschließen wir den Abend mit Crepes, und amüsieren uns noch ein bisschen über die Kinder-Show: Ein Ansager gibt den Kindern Aufträge, was sie holen müssen. Das fängt harmlos mit einem Essigfläschchen an (steht auf jedem Tisch), erreicht dann aber schnell die Herrenhose. Tatsächlich trennt sich der Vater eines Mädchens von seinem Kleidungsstück, und die kleine ist die einzige, die das Gesuchte vorweisen kann. Das bringt ihr eine Tüte Popcorn und dem Vater ein Bier ein.

Weiter geht’s, diesmal soll es ein BH sein. Hier sind mehrere Kinder erfolgreich, die kleine ist wieder die erste. Einer der Jungens hält den von ihm erbeuteten BH mit ausgestreckten Arm und nur mit zwei Fingern von sich, und wird aufgeklärt, dass ein richtiger Mann sich garantiert nicht vor einem BH ekelt. Der Junge ist nur geringfügig überzeugt, während es Witze über die teilweise bombastische Körbchengröße gibt.

Jetzt wird’s delikater: Der Ansager verlangt nach einem String-Tanga. Die bisherige Spitzenreiterin rennt sofort zu ihrem Tisch, und schreit laut: „Mum, I need your undies!“ – Ohne zu merken, dass das nur ein Witz war. Der Ansager kann sich nicht verkneifen, laut darüber nachzudenken, was schlimmer ist: Dass das Mädchen so dreist ist, von ihrer Mutter den Slip zu verlangen oder dass sie weiß, dass ihre Mutter Tangas trägt.

Jilas Versuche, eines der „The Swan“ – Crew T-Shirts zu erringen scheitern indes, und so ziehen wir gemütlich gen Heimat.

 

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