Die Hinreise
Wenn man nach England will, dann bietet sich vor allem Ryan-Air an. Dort kriegt man einen Flug schon ab einem Pfund. Allerdings befördert Ryan-Air keine Autos. Zumindest meines Wissens nicht. Da aber ein Auto wesentlicher Bestandteil des Sinns und Zwecks der Reise war, fiel Ryan-Air leider aus. Blieb also nur der saure Apfel: Auto fahren von Freiburg bis Zeebrugge, dann Fähre von Zeebrugge nach Hull, und von dort weiter fahren bis nach Durham. Richtig, Durham, die weltberühmte Stadt. Naja, weltberühmt ist vielleicht etwas übertrieben, aber immerhin hat Malte dort seine Diplomarbeit geschrieben. Womit wir wieder beim Auto wären: Malte war mit seiner Arbeit fertig, und nun galt es, ihn und seinen Hausrat wieder nach Freiburg zu schaffen. Da kann ein Auto unerlässlich sein.
Also stand eine Fahrt von Freiburg bis Zeebrugge an. Abfahrt war nachts um 1 Uhr. Etwas früh vielleicht, aber immerhin wollte ich mir noch Zeebrugge ansehen. Ausserdem fährt es sich bei Nacht bekanntlich viel besser. Nach einigen Irrungen und Wirrungen war Zeebrugge dann auch am Morgen erreicht, und mir blieb tatsächlich Zeit für eine kleine Besichtigung. Nun, wirklich sehenswert ist Zeebrugge nicht. Dafür war der Nachbarort ganz nett. Vor allem seine Reptilienausstellung.
Die Nacht auf der Fähre war sehr angenehm. Immerhin hatte ich die vorhergehende Nacht autofahrend verbracht, und schlief dementsprechend bereits um 19 Uhr ein. Geschlafen habe ich bis etwa 2 Uhr nachts, als mir jemand auf's Bein stand. Hat mich aber nicht weiter gestört und das nächste Mal erwachte ich erst um 8 Uhr morgens, ready to disembark.
In England fährt man ja bekannterweise auf der linken Seite. Beim Verlassen der Fähre achtete ich also vor allem darauf, links zu fahren. Dummerweise war die ganze Ausfahrt aus dem Hafen noch Rechtsverkehr. Fragt mich nicht warum, aber verwirrend war das schon. Gleich darauf kam es zur nächsten Verwirrung: Auf der Straße durch Hull war eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 40. Nun, sagte ich mir, 40 ist doch etwas wenig, zumal die Straße ganz gut ausgebaut war. Erst nach einigen Kilometern fiel mir auf, dass man auf dieser Insel noch nie etwas von Metrik gehört hat, und dass es sich hierbei um 40 mph, respektive 60 km/h handelte. Jetzt verstand ich auch das Kopfschütteln der Engländer hinter mir...
Ohne weitere Probleme wurde nun Durham erreicht, und innert kurzer Zeit entschieden wir (jetzt Anna, Malte und ich) uns, gleich weiter zu Magnus zu fahren - Aberdeen war das nächste Ziel unserer Reise. Wie man sich vorstellen kann, hatte ich am Abend dieses Tages wahrlich genug vom Autofahren.



