TAG 1

Unser Zimmer ist toll: es hat 3 Betten, einen Schrank, Tisch und Nachtisch und einen Fernseher. Direkt hinter der Tür kann man die Füße auf den Boden setzen, zwischen den Betten auch. Wenn man schmale Füße hat. Die Rohrleitungen im Bad liegen frei. Man sieht sie allerdings trotzdem nicht - zu sehr bewachsen. Aber immerhin hängt über den Zahnputzgläsern und der Klobrille ein Zettel: "sterilized".

In den Straßen Pekings reiht sich ein kleiner Laden an den nächsten. Dabei ist klein wörtlich zu nehmen, teilweise paßt nicht einmal der Ladenbesitzer selbst hinein. Der sitzt dann gemütlich in einem Liegestuhl vor seinem Laden, zumeist oben ohne - Frauen bilden natürlich eine Ausnahme. Sehr vernünftig, denn trotz der späten Stunde schleicht die Hitze immer noch durch die Gassen Pekings und sucht arglose Opfer.

Es ist nicht einfach, Abendessen zu bestellen. Wir deuten einfach auf die hübschesten Schriftzeichen. Der Kellner lächelt und sagt etwas. Wir lächeln und antworten. Er erwidert etwas. Wir antworten noch einmal. So geht es noch eine Weile hin und her, dann geht er. Ich weiß nicht, worüber wir geredet haben. Er vermutlich auch nicht. Aber er sah glücklich aus, als er ging. Das Essen ist allerdings sehr lecker und günstig.


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