Die Endabrechnung

Die Chinesen sind wirklich ein ganz besonderes Volk, wenn auch die Han-Chinesen nicht so klein sind, wie man das erwartet hätte (Schlecht für's eigene Ego!) Einerseits sieht man ihnen selten irgend eine Mühe an, vielmehr scheint ihnen alles leicht und gemütlich von der Hand zu gehen. Aber gleichzeitig entwickeln sie eine unglaubliche Geduld und Ausdauer, die in all ihren Werken widerspiegelt. Was so leicht von der Hand zu gehen scheint, ist oftmals nur das Ergebnis jahrelanger Arbeit und Übung.
Gleich verhält es sich im Tai Chi: Gerade die alten Chinesen, die sich eigentlich nicht mehr sehr weit bewegen, sondern vielmehr nur ganz kurze, kleine Bewegungen ausführen, wirken durch die Perfektion, die sie an den Tag legen, einzigartig.
Eine Unsitte muß man den Chinesen aber zugestehen: Sie fotografieren sich gerne vor Sehenswürdigkeiten. Das ist ja eigentlich noch nicht so schlimm. Nun gut, meist sieht man von der Sehenswürdigkeit nicht mehr viel, weil soviel Mensch darauf ist, aber das kann man noch nachsehen. Aber wie kamen all die Chinesen auf die Idee, daß ICH eine Sehenswürdigkeit sei? Aber lustig war das natürlich schon, wenn man immer wieder gefragt wird, ob man für ein Foto posieren könne...
Eigentlich kein Nachteil ist die Höflichkeit. Merke: Sich bei einem Essen bei Chinesen selbst etwas auf den Teller zu nehmen ist eine Beleidigung, der Gastgeber bedient den Gast nämlich und reicht ihm die besten Stücke. Allerdings kann diese Aufmerksamkeit, die die Chinesen jedem widmen, auch aufdringlich werden. In einem Laden z.B. kann man sich nichts ansehen, ohne gleich die gesamte Produktpalette vorgezeigt zu kriegen. Meist hilft hier nur noch das altbewährte "Wo ting bu dong" (ich verstehe nicht). Allerdings finden die Chinesen diesen Satz etwas seltsam, wenn man gerade ein chinesisches Buch liest...

Einen Schlußstrich ziehe ich unter


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