TAG 9
Die Frau, die vor dem Museum Pinsel Schreibutensilien verkaufte, konnte selbst weder lesen noch schreiben.
Wieder einmal habe ich ein Verkaufsgespräch mit einem Chinesen geführt: Sein Laden: Einer dieser vergrößerten Schränke mit Theke davor. Mein erster Satz: Ich will nichts kaufen. Seine Antwort: Sieh Dir doch einmal das hier an." Er zaubert ein Parfumfläschen, angeblich aus der Qing-Dynastie, also zwischen 77 und 355 Jahre alt. Auf der Straße hat sich bereits die Familie des Verkäufers versammelt, jeder will miterleben, wie Vater sein unglaubliches Verhandlungsgeschick bei diesem Teufel aus Übersee anwendet. Er bricht fast durch den Boden, als er mir zeigen will, wie weit er mit dem Preis heruntergeht. Nachdem er diese gymnastische Übung öfters wiederholt hat, tippt er in seinen Taschenrechner zunächst eine 2 ein. Dann überlegt er eine Sekunde, wieviel kann man mir wohl aus der Tasche ziehen? Es folgen noch zwei Nullen. Um ihn nicht zu beleidigen, das sein Fläschlein diese Summe nicht wert sei, weise ich darauf hin, daß es nicht erlaubt ist, Antiquitäten aus China zu exportieren. Er kann meinen Glauben an dieses Gesetz (das es auch gibt) nicht erschüttern. Schließlich schlägt er mir vor, diese überaus wertvolle Antiquität doch zu schmuggeln. Ich gehe, bzw. mache einen Schritt rückwärts.
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