TAG 7
Der Lamatempel, Zeichen der Toleranz der chinesischen Regierung. Dementsprechend herausgeputzt, man könnte meinen, der Tempel trüge mehr Schminke im Gesicht als eine Adlige des Barock. Die Mönche schienen nicht annähernd so gläubig zu sein, wie so mancher Besucher, von denen es wieder Massen gab, war. Nichtsdestotrotz ist der Höhepunkt des Tempels, eine 18 Meter hohe Statue, geschnitzt aus einem einzigen Baumstamm der beachtlichen Umfang gehabt haben muß, mehr als sehenswert. Dem tut auch die Guinness-Book-of-Records Plakette keinen Abbruch.
Direkt neben dem Lamatempel (na gut, eine Straße weiter, aber für Pekinger Verhältnisse ist das durchaus direkt daneben) liegt der Konfutiustempel. Aber sie scheinen doch Welten voneinander entfernt zu sein: Verödet liegt der Tempel da, halb Baustelle, halb Müllhalde, verwittern Steinstelen zusammen mit alten Fahrrädern. Dabei ist die Anlage gerade durch ihre Einfachheit viel bestechender. Eindrucksvoll natürlich die immerhin in einer Halle stehenden Tafeln mit den konfuzianischen Texten. Fast 500 Steinstelen, jede behauen und verziert!
Eine Theorie zum Thema Verkehr: Trotz des allgegenwärtigen Wirrwarrs und obwohl rote Ampeln kaum mehr als ein Anhaltspunkt sind (jetzt kommt etwas mehr Verkehr von der Seite) gibt es fast keine Unfälle. Warum?
Zunächst einmal fahren die Chinesen fast alle langsamer und haben - auch wenn das auf den ersten Blick bzw. Lausch (Gehupe!) nicht so scheint - viel mehr Geduld. Man achtet auf einander. Niemand verfolgt eine gerade Linie, auf der er gerade ins Ziel will, vielmehr sieht jeder sein Ziel und steuert es an, ist sich aber auch nicht zu schade, unterwegs einen Bogen zu schlagen. Die Chinesen zeichnet ein hohes Maß an Flexibilität aus. Da die Spuren auch nicht zu genau eingezeichnet sind (bzw. die eingezeichneten nicht beachtet werden) passen auf einer dreispurigen Straße auch einmal vier oder gar fünf Gefährte nebeneinander. Wenn das nicht reicht, hups - war da eine durchgezogene Linie?, benutzt man einfach die Gegenspur.
Zumindest bei den Radfahrern viel auch auf, daß jeder fast immer eine Hand an der Bremse hat - die Bereitschaft, zu bremsen, geht ja manchem Deutschen ab.
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| Chinesen | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 9 | 10 | 11 | 13 | 15 | 16 | 17 | 21 | 22 | 23 | 24 | |||||||
| Merkwürdiges | 1 | 3 | 9 | 14 | 18 | 19 | 21 | |||||||||||||||||
| Verkehr | 1 | 3 | 6 | 7 | 8 | 11 | 12 | 15 | 21 | |||||||||||||||
| Wetter | 1 | 2 | 3 | 9 | 12 | 16 | 20 |


