TAG 6
Besuch im Beihaipark, eine der angeblich schönsten Parkanlagen Pekings. Tatsächlich eine sehr schöne Mischung aus den traditionellen Elementen: Gelehrtensteine, Pagoden, Pflanzen und Tempel verbinden sich sehr schön.
Sehr interessant, auch wenn man nichts versteht: 495 Steintafeln mit Kalligrafien. Lesen konnte man immer mal wieder ein paar Zeichen. Schade, daß wir keine Zeit (und kein Lexikon) haben.
Eigentlich ja kein Sight, aber ein Erlebnis war das Abendessen bei den Freunden unserer Konversationslehrerin Guo Li. Ich habe heute noch Mitleid mit dem armen Tisch, der alles tragen mußte. Sicher ist er jetzt zwei Zentimeter niedriger. Überaus lecker war alles noch dazu. Nach dem Abend wurden wir sogar noch quer durch die halbe Stadt geleitet. Chinesische Gastfreundschaft eben!
Chinesen haben einen hervorragenden Geschäftssinn. So verschachtelt wie die Parks sind auch die Eintrittspreise. Vier mal in Folge muß man zahlen, bis man ins Herzstück des Beihaiparks gelangt, nämlich die weiße Pagode. Na gut, was man zahlt, sind letztendlich nur Pfennigbeträge, aber trotzdem ärgerlich, alle 10 Meter an eine Ticketbox zu müssen.
Der Pavillon mit den Kalligraphien kostete übrigens nichts, und war auch sehr verwaist. Was nicht bunt ist und auch nicht glitzert, interessiert chinesische Touristen halt nicht.
Einkaufen ist schwierig in China. So vorteilhaft die Höflichkeit bei einem Abendessen sein kann, so ärgerlich ist es beim Einkauf, wenn man nicht zwei Sekunden schauen kann, ohne sofort die gesamte Produktpalette unter die Nase gehalten zu bekommen. Man wird sofort vereinnahmt, aber zum Glück kann man so tun, als ob man kein chinesisch könne. Was auch teilweise sehr unterhaltsam ist: Vor allem, wenn man sich chinesische Bücher ansieht, und so tut, als könne man kein chinesisch. Die Diskussion im Hintergrund war sehr erheiternd: "Warum fragst Du nicht nach seinen Wünschen?" "Er versteht nicht." "Aber er sieht doch die Bücher an!" "Er sagt, er versteht nicht" "Aber wenn er Bücher liest, dann versteht er doch auch." So zumindest habe ich sie verstanden, und ich wurde in diesem Laden auch sehr genau beobachtet!
"Liang de" heißt nicht, kühles Getränk, sondern gefrorenes Getränk. Allüberall sieht man Chinesen, die ihre Eisklötze in der Plastikflasche schütteln.
Auf der Heimfahrt zum Hotel habe ich noch mit Kindern gescherzt. Sehr witzig, ihre Mutter fragte mich dann auch, ob ich den Kinder möge. Ich bejahte, hoffe aber immer noch, daß ich sie falsch verstand, als sie mir anschließend eines anbot...
Es gibt auch voll klimatisierte, sauber Busse in Peking. Abgesehen vom 6-fachen Preis kann man auch die Straße nicht mehr durch den Boden sehen - einfach langweilig.
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