TAG 18

Direkt neben einer Kreuzung von Hauptverkehrsstraßen liegt das alte Observatorium. Trotzdem war auf dem Innenhof kein Laut zu hören. Kein Motorenlärm, keine Hupe. Ich muß herausfinden, wie die Chinesen das machen. Überall waren astrologische Instrumente ausgestellt, gewaltige Eisengestelle, denen man ihre gemischte Herkunft deutlich ansah. Nach Anweisung portugiesischer Gelehrter gebaut waren die Geräte westlich perfekt und genau, während ihre Gestelle chinesisch Verziert waren.
Vom Observatorium selbst war der Straßenlärm wieder deutlich zu hören, kein Wunder an dieser exponierten Stelle. Dafür konnte man auch wieder astrologische Geräte betrachten und hatte einen tollen Blick über Peking.

In der Nacht gibt es noch einen Militäraufmarsch. Die Innenstadt wird komplett abgeriegelt, Straßen dürfen nicht mehr betreten oder gar überquert werden. Die Chinesen reagieren unterschiedlich: Einige bereiten sich an Ort und Stelle vermittels einer alten Zeitung ein Bett (die glücklicheren legen sich in ihr Auto, das natürlich nicht mehr fahren darf) andere machen sich zu Fuß auf den Heimweg. Einige gehen auch abendlichem Amüsement nach, tanzen Tango oder spielen verschiedenes. Daneben rollen dann die Panzer durch die Straße. Eine Surrealität sondergleichen. Wie man heimkommt, bleibt jedem selbst überlassen.


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